02.02.2021

Um fünf Uhr wache ich nach einer ziemlich ruhigen Nacht auf. Das gestrige Gespräch mit der Freundin und ehemaligen Kollegin hat gut getan.

Nach einem guten Dreivierteljahr gewöhne ich mich daran, im Home Office mit Handy und Kopfhörer zu telefonieren. Beruflich telefoniere ich seit Jahren mit einem Headset, aber diese widerlichen kleinen Dinger, die man ins Ohr steckt, finde ich nach wie vor sehr suspekt.

Herr Hauptschulblues verweist auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zum Thema „Rechtsextreme Einstellungen der Wähler*innen vor der Bundestagswahl 2021“. Falls Sie sich über die Grünen wundern: mein Vater hat in den 80ern, als er in der Kommunalpolitik aktiv war, bereits Ähnliches beobachtet. Bei der CDU verwundert es nicht, die hat nicht nur in Hessen lange davon gelebt, dass sie an den Rändern etwas angebräunt war; in der SPD gab es in der Hinsicht ebenfalls eine etwas unübersichtliche Gemengelage, die mitunter an ein Hufeisen denken ließ. (Ich selbst habe angefangen, mir Namen von Kolleg*innen und Kund*innen zu notieren, die rechte Tendenzen zeigen. Es scheint da im Saarland ein Netz von ehemaligen NPD-lern im Außendienst zu geben. Mich interessiert die Unterwanderung von Unternehmen durch Rechtsextreme, seit mir vor Jahren einmal eine Vorstandssekretärin im Vertrauen erzählt hat, wie der Vorstand und seine Gäste sich gegenseitig Nazi-Devotionalien geschenkt haben. Das war in einer anderen Firma.)

Ich beschließe, bis auf weiteres doch nicht unter Klarnamen zu schreiben, auch wenn ich mich hier viel freier fühle als auf geschichtenundmeer.

Wort des Tages: associazione a delinquere (Nein, fragen Sie lieber nicht, was das heißt.)

2 Kommentare zu „02.02.2021

  1. Ich weiß, was das heißt – und die zuständige Abteilung heißt hierzulande BRB: Brigade de Répression du Banditisme.

    Es gehört zur Meinungsfreiheit, Pseudonyme verwenden zu dürfen. Und ich möchte nicht, daß La Mère Griotte zu L’Amère Griotte verbittert, denn bittere Süßkirschen sind ungenießbar.

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