02.09.2021

Der Herbst ist gekommen, und ich muss an den armen Miguel denken, der sich vor den Zumutungen des Lebens in die Berge flüchtete und gar nicht mehr herunterkommen wollte. Die Sängerin ist Esperanza la del Maera (1922 – 2001), die schon als Kind als Sängerin und Tänzerin auftrat, aber – wie viele Frauen ihrer Generation in Andalusien – ihre Karriere aufgab, als sie heiratete. In 1996 begann sie wieder aufzutreten und konnte mit der Gruppe Triana Pura noch einige Erfolge feiern.

In die Berge zu flüchten wäre aber nichts für mich, die Berge mag ich nicht, die machen mir zu viel Theater.

Die Firma hat sich laut eigener Aussage mit Gendergerechtigkeit befasst. Fazit: die einzig zulässige Form ist Mitarbeiter/innen, nicht MitarbeiterInnen oder Mitarbeiter*innen. „Mitarbeitende“ ist auch verboten; das kann man lächerlich finden, andererseits ist nach meinem Sprachgefühl „Mitarbeitende“ tatsächlich nicht immer ein passendes Synonym für Mitarbeiter*innen. In Videos oder Podcasts ist der Glottisschlag nicht zulässig. Auf Englisch darf man „actor“ sagen, aber nicht „actress“. Ja, dazu habe ich auch schon Gedanken englischer Muttersprachler*innen gelesen, nach denen „actor“ beide Geschlechter meinen soll. So ganz überzeugt hat mich das aber nicht.

Worüber ich mich gestern maßlos aufgeregt habe, darüber kann ich heute schon lächeln. Die niederbayerische Nemesis, meine blutjunge Interimschefin, möchte, dass wir uns jeden Morgen vor Augen führen, warum wir „den Job so mögen“ (ihre Formulierung). Ich lese Joanne Harris‘ St. Oswald-Trilogie (ja, ich weiß, trivial) und identifiziere mich immer mehr mit Mr Straitley, auch wenn ich noch nicht ganz so alt und keine Lateinlehrerin bin.

Im Übrigen ist mir das alles ziemlich egal.

3 Kommentare zu „02.09.2021

    1. Wenn Sie mich kennen würden, wüsste Sie, dass ich keinen dummen Witz auslasse. Ich schäme mich, konnte es mir aber auch dieses Mal nicht verkneifen.

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