12.01.2022

Krankgemeldet. Der Selbsttest fällt negativ aus. Ich hoffe, das Ergebnis ist korrekt. Nach ein paar Stunden Extra-Schlaf fühle ich mich erheblich besser.

Freund B schreibt. Ihm und seiner Familie geht es nicht gut, aber sie halten stand. Seine Frau braucht demnächst neue Zahnfüllungen, wie ich auch. Im Unterschied zu Freund Bs Frau habe ich Arbeit, eine Krankenversicherung und notfalls Geld genug für eine Zuzahlung. Anderswo heißt es: kein Geld, keine Zahnbehandlung. Das Elend hat viele Gesichter. Ich tue, was ich kann, aber es ist zu wenig. Deshalb hier noch einmal die dringende Bitte: tun Sie etwas gegen das Elend in der Welt. Ich will Ihnen keine Organisation empfehlen, die Verantwortung für Ihr Geld müssen Sie selbst übernehmen, aber es gibt unzählige Länder, in denen Menschen sich eine angemessene Ernährung und medizinische Behandlung nicht leisten können.

An der Bushaltestelle hat sich neue Stammkundschaft eingefunden. Nach den Roma-Großmüttern, den hiesigen Obdachlosen und den hiesigen Trinkern ist nun eine Gruppe russischer Trinker aufgetaucht, deren Grölen bis in den dritten Stock dringt und mich in meiner Konzentration stört, wenn ich arbeite. Auch hier hat das Elend ein Gesicht, aber zumindest ist nicht der überwiegende Teil der Bevölkerung von Hunger bedroht. Wie sich aber Omikron in den Unterkünften der Bauarbeiter und der Arbeiter*innen im Schlachthof verbreiten wird, möchte ich mir am liebsten nicht vorstellen.

2 Kommentare zu „12.01.2022

  1. Ich würde echt gern wieder spenden, aber bei mir reicht es hinten und vorn nicht. Und wenn ich mir dann doch mal etwas gönne, wenn gerade mal genug da ist, habe ich immer gleich ein schlechtes Gewissen.

    Aber du hast recht. Wer genug und mehr als genug hat, möge spenden und helfen. Es wäre genug da für alle.

    Dein Mitgefühl ehrt dich.

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