19.01.2022

Bei Schlaflosigkeit hilft Sprachenlernen nicht weiter. Nach einer Viertelstunde bin ich erst recht hellwach, wenn auch nicht wach genug, mir die neuen Vokabeln wirklich zu merken.

Am Vormittag überfällt mich plötzlich die Angst um Mutter und Bruder. Mein Bruder ist in der gut besuchten Bibliothek eines Oberstufengymnasiums tätig und übernimmt auch allgemeine Verwaltungsarbeiten, um die Lehrer*innen zu entlasten. Dazu gehört auch das Testen der Schüler*innen. Ich habe Angst davor, dass er sich infiziert und eventuell auch meine Mutter ansteckt.

Im Büro erhalten wir eine neue Anweisung für den Notrufdienst im Home Office. Der Schreibtisch darf, abgesehen von der Mittagspause, nur noch verlassen werden, um die Toilette aufzusuchen. Über die Dauer des Toilettenbesuchs wurde nicht gesprochen, aber eine andere, derzeit gültige Anweisung lässt vermuten, dass von einer Dauer unter fünf Minuten auszugehen ist. Außer am Montag habe ich nur halbe Notrufschichten, aber was tun die Vollzeitler? Die fünf Minuten auf dem Balkon oder den schnellen Kaffee braucht man, um z.B. nach einem Unfall mit Personenschaden wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Der Fachbegriff dafür ist übrigens „Katheter-Assistance“. Nein, das war ein brancheninterner Witz, den Begriff brauchen Sie sich nicht zu merken. Ich werde mir wohl eine Verstopfung zulegen müssen. Eigentlich bin ich ja eine von denen, die während der Arbeitszeit am Schreibtisch klebt, ohne nach rechts und links zu schauen, aber was zu viel ist, ist zu viel.

3 Kommentare zu „19.01.2022

  1. Was es nicht alles für Dienst- Anweisungen gibt? Ich hielt es für einen Witz von Loriot oder gar Karl Valentin. Ist denn schon wieder der 1. April und wir haben die Übersicht zwischen all den gleichförmigen Tagen verloren?

  2. Die Kollateralbeklopptheiten am Rand der Pandemie. Kann das irgendwie technisch überprüft werden?
    Da wird doch der Widerstand gleich mitgeliefert.

    *kopfschüttelndab*

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