25.02.2022

Es fällt mir schwer, besonnen zu bleiben. Nicht in Panik zu verfallen angesichts der Hybris des russischen Präsidenten. Ich frage mich, wie dieser sich ohne Gesichtsverlust zurückziehen könnte. Herr Hauptschulblues zitiert Matthias Claudius, der begehrt, „nicht schuld daran zu sein“. Kann man das begehren? Darf man das? Ist man nicht immer mitschuldig, auch gegen den eigenen Willen? Nur, weil man da war und zu schwach, um zu helfen?

Aber das kleine Leben geht weiter, hier in Deutschland, wenn man sich auch Sorgen macht um den ukrainischstämmigen Kollegen und die alte Nachbarin, die Sie als „die Dame aus Odessa“ kennen bzw. um deren Familien. Es muss ja auch weitergehen, Schritt für Schritt, einen Fuß vor den anderen. Ich erinnere mich daran, wie ich zu Beginn der Corona-Krise dem Freund, der kein Freund ist, schrieb: „Aber wir halten Stand!“, was mehr ein Befehl an mich selbst als an ihn war. Standhalten ist ja nun auch alles, was simple Menschen wie wir tun können. .

Vor dem Fenster strahlt die Sonne, während ich dies schreibe. Ich erinnere mich an Swetlana Geier, die glaubte, das Ukrainische sei das ursprünglichste, reinste Russisch.

Ein Kommentar zu „25.02.2022

  1. Ja, das Gedicht spricht den Menschen in der Ukraine aus der Seele. Sonst hätte ich es nicht zitiert. Geschickt hat es Freundin A. aus der Schweiz, für gut befunden Freundin L. aus Kiew. Nein, wir sind nicht mitschuldig.

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