27.04.2022

Bei grauem Himmel und nach teils schlafloser Nacht wache ich auf.

Im Büro steht ein Meeting zur Vorbereitung auf eine geplante Umstrukturierung an. Die meisten „Neuerungen“ kenne ich schon vom vorigen Arbeitgeber. Jemand benutzt ein Gendersternchen, und Skype explodiert nicht. Die niederbayerische Nemesis und ich stellen ähnliche Überlegungen zur Umstrukturierung an. Die Nemesis ist ja nicht dumm, das muss man ihr lassen, nur unerfahren, aber das gibt sich. Ich war ja auch einmal so ein junges, dummes High Potential, nur hieß das damals noch nicht so.

Der Vorvorgesetzte, der es den Mitarbeiter*innen freigestellt hatte, ob sie weiterhin im Home Office bleiben oder wieder ins Büro zurückkehren, ist verärgert, weil die meisten im Home Office geblieben sind. Madame Chef erzählt das in vorwurfsvollem Ton. Der Vorwurf gilt nicht dem Vorvorgesetzten, der seine Wünsche offensichtlich nicht klar kommuniziert hatte, sondern uns, die wir „freiwillig“ als „freiwillig“ verstanden haben.

Außerdem biete ich mich an, dem Vorvorgesetzten fachlich zur Seite zu stehen, wenn dieser einen Ausflug in die Niederungen der Fallbearbeitung unternimmt. Ich bin gespannt, ob mein Angebot angenommen wird. Meinen bisherigen Erfahrungen nach ist damit aber eher nicht zu rechnen.

Mit Freund B – Buchhalter mit Leib und Seele – witzele ich per WhatsApp über Teammeetings. Mein revolutionärer Elan schockiert ihn gelegentlich. Klammheimlich versuche ich ihn zu indoktrinieren, aber nicht zu sehr.

Ein Kommentar zu „27.04.2022

  1. Freiwillig…man meint die Bedeutung des Wortes zu kennen, bis es um Homeoffice geht. Kommt mir sehr bekannt vor. Nur umgekehrt 🙄🙈

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