Zwei Begegnungen mit geringem Risiko. Vermutlich im Büro oder in der U-Bahn. Realistisch betrachtet sind es wahrscheinlich viel mehr. Die, die die Corona-Warn-App noch nutzen, gehören vermutlich sowieso zu den Verantwortungsbewussteren, die auch Maske tragen.

Im Büro sind die Maskenträger*innen wahrscheinlich im einstelligen %-Bereich. In den öffentlichen Verkehrsmitteln sind es wohl zwei Drittel. Angesichts steigender Zahlen trage ich weiterhin Maske, auch da, wo ich es nicht muss.

Im Juni bin ich mehrmals in vollen Zügen gereist. Da trug noch jeder Maske. Lesen die Leute keine Zeitung?

Irgendwo lese ich: Entsolidarisierung der Gesellschaft. (Wann hat das begonnen? Meiner Ansicht nach schon vor Corona.)

Das Büro macht sich auf nach Absurdistan. Viele Jahre Berufspraxis machen, dass mich das nicht mehr schockiert.

8 Kommentare zu „

  1. Ich habe auch drei oder „Begegnungen mit geringem Risiko“ gehabt, auch vermutlich Bahn oder – auch eine Option – das Testzentrum beim Umstieg in einer Nachbarstadt. Das ist in der „Bahnhofshalle“ durch die man muss, um die Bussteige zu wechseln und da stehen die Leute oft bis draußen. So im schnellen Vorbeigehen könnte sein, dass die App auch anschlägt. Ich vermute aber eher Bahn, weil es viele nicht mehr „so genau“ mit Masken nehmen. Letztens war da eine Frau, geschätzt um die 60, deren FFP2 schon komplett zerschuppert und flusig war, also definitiv nicht mehr frisch, und so etwas.

    Ich glaube auch, dass es die Entsolidarisierung vorher schon gab. Die Pandemie war ein Verstärker und da es salonfähig geworden ist bestimmte Dinge zu sagen, die vorher nicht salonfähig waren, wirkt es so extrem. Ich glaube, die meisten Leute hatten ihre Einstellungen vorher schon, haben sich aber nicht getraut es offen zu sagen, weil es bis zur Pandemie noch mehr Widerspruch gegeben hat. Ich bin mir nicht sicher, dass man 2019 mit so etwas wie „Wir durchseuchen die Kinder mit einem Virus, dessen Folgen wir von heute aus noch gar nicht richtig absehen können, aber was wir schon wissen ist, 10% bleiben hinterher chronisch krank“ so durchgekommen wäre wie es jetzt der Fall ist. Als Beispiel. Jetzt wird das einfach so mit „Aber Agathe und Kunibert wollen ihre Freiheit und da stören die Bälger (und weil Agathe und Kunibert Masken und Tests doof finden gibt es in den Schulen auch beides nicht mehr)“ durchgewunken.

  2. Im Bus werden es immer weniger Masken und die Durchsage, dass noch Masken Pflicht herrscht läuft als Dauerschleife. Ich begreife nicht wie es so schlimm sein kann, dass Ding einfach aufzusetzen.

  3. „Abendland, Abendland, wir sind aus dir geboren
    Wir fahren auf deinem Narrenschiff dem Abschied entgegen!“ (Andre Heller)

    Wir alle wandern auf den Abgrund zu. Bürgerliche Gesellschaftsform und kapitalistische Wirtschaftsweise sind zum Untergang verdammt, weil unmenschlich, nur auf Leistung und Wachstum orientiert. Die Masse ahnt es und will wenigstens mit Spass untergehen. Egal ob auf Mallorca oder in der Einkaufsmeile.
    Wir wenigen anderen suchen noch nach Lebensfreude und Sinn.

    Schöne Grüsse
    Robert

    1. Ich wehre mich gegen den Gedanken an den Abgrund. Ich möchte glauben, dass wir den Untergang aufhalten können (allerdings natürlich nicht unter Beibehaltung unseres kapitalistischen Systems.)

      1. Kein vernünftiger Mensch kann den Abgrund wollen. Aber viele Menschen scheinen den als notfalls unvermeidlich hinzunehmen. Leider spricht die Geschichte dafür…

        schöne Grüsse
        Robert

    1. Am Montag war ich kurz davor, einige Herrschaften anzusprechen: Sie wissen schon, dass die Maske ihren Zweck nicht erfüllt, wenn sie unter dem Kinn getragen wird? Aber ich hatte keinen Nerv, mich zu streiten.

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