Meinen Twitteraccount wickele ich in diesen Tagen ab. Weniger wegen Elon Musk, den man sicher im Auge behalten sollte. Mir ist Twitter inzwischen zu viel. Meine winzige Nische auf Mastodon soll ein Neuanfang sein, weniger Menschen, mehr Literatur und Sprache. Einigen geschätzten Twittergeschwistern begegne ich dort wieder, zwei sehr geschätzte haben mir sogar ihre E-Mail-Adressen geschickt, worüber ich mich besonders freue. Manche haben Blogs, denen ich hier folge. Andere scheinen nicht unbedingt Kontakt halten zu wollen, aber das ist in Ordnung.

Der größte Fußfallfan im näheren Büroumfeld ist irritiert über die Haltung der deutschen Mannschaft. Es wundert mich, kenne ich doch seine sonstige Haltung. Aber vielleicht ist auch für ihn das Maß nun voll. Ich äußere mich nicht

Susi Südzucker beklagt sich, dass ein Kunde aus Schleswig-Holstein sie nicht versteht. Ich rufe den Kunden zurück. Er spricht gemäßigtes Platt, durchaus verständlich. Hinterher schicke ich ihr eine Nachricht, dass sie eben nicht Schwäbisch mit solchen Kunden sprechen darf, wenn sie verstanden werden will. Ich formuliere es scherzhaft, aber sie begreift nicht.

Auf dem Heimweg kaufe ich einen Kalender für 2023. Die App auf dem Handy nutze ich nicht mehr, die ist mir zu langsam und zu unübersichtlich. Vor dem Laden höre ich ein Gespräch zwischen einer alten Dame mit osteuropäischem Akzent und einer muslimischen Familie mit. Die Dame bringt dem sehr kleinen Mädchen bei, „mashallah“ zu sagen. Die Eltern amüsieren sich, die Dame erzählt, dass sie katholisch ist und lange in muslimischen Ländern gelebt hat.

7 Kommentare zu „

  1. Ich hadere noch immer mit einem Umzug. Tendiere mehr dazu mein Blogleben wieder zu intensivieren und Twitter so lange zu bespielen wie ich es aushalte.

    1. Ich wollte einen Neuanfang. Allerdings tendiere ich schon wieder dazu, jedweder alten Bekanntschaft zu folgen, die mir folgt. Dabei wollte ich doch weniger Leuten folgen. Nichts gegen die Leute, aber ich kam mit dem Lesen nicht mehr nach.

  2. Ist diese Literaturinstanz nett? Ich überlege ja auch Mastodon auszuprobieren. Eben weil Neuanfang etc. und noch sind auch nur wenige von den Leuten da, bei denen ich in die „Aus Gewohnheit folgen“-Falle tappen könnte, beziehungsweise, die die da sind posten entweder noch nichts oder spiegeln von Twitter, so dass ich jetzt noch in der Lage wäre zu überlegen Will ich das gerade lesen oder ist mir das zu viel? ohne eventuell in Streitigkeiten ala Wenn du X. folgst, brauchst du mir nicht folgen etc. reingezogen zu werden. Aber ich weiß nicht wo ich hinkönnte, beziehungsweise die Instanz, von der ich dachte, sie könnte passen nimmt nicht mehr auf und hat ihre Regeln geändert, weil so viele gerade kommen (ich fand mastodon.art ganz nett). Diese Literaturinstanz klingt nett, hatte ich schon ein Auge drauf geworfen als Mastodon noch nicht das große Ding wegen Twitter-Verlassen war, aber ich weiß nicht, ob es für mich Sinn hat, es da zu auszuprobieren. Bin ja nicht wirklich mehr Literaturmensch, sondern bloß Bibliothekarin a.D. Das könnte als Büchermensch zählen, reicht aber vielleicht nicht.

    1. Ich bin ja erst ein paar Tage dabei, aber bis jetzt finde ich es ganz angenehm. Ich wollte nächste Woche mal über die ersten paar Tage schreiben. Auch ich bin nicht wirklich ein Literaturmensch, aber mir gefällt es, zu lesen, was Literaturmenschen schreiben.
      Hier: https://literatur.social/

      1. Danke. Ich denke, ich warte dann mal ab, was du nächste Woche von den ersten paar Tagen dort zu erzählen hast. Ich weiß von einer Person, die ich jetzt auch nicht so unbedingt als Literaturmensch einordnen würde (es ist absolut möglich, dass mein Eindruck falsch ist und die Person sich anders sieht, wie kennen einander nicht gut), die dorthin „umgezogen“ ist, weil sie sich auf der ersten Instanz, auf der sie angemeldet war nicht wohlfühlte, die scheint es dort auch zu mögen. Ich schaue mir das am besten noch ein paar Tage an und entscheide dann (sofern kein Aufnahmestopp greift, was ich verstehen könnte, wenn die Instanz zu stark wächst).

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