Pandemiespaziergang

Wann werde ich nur noch „Spaziergang“ schreiben und nicht mehr „Pandemiespaziergang“?

Stand der Heilige Christophorus am Scheidplatz schon, als der beste Ex der Welt und ich uns zu unserem zweiten Date trafen? Wir waren beide neu in München und kannten fast nur Haltestellen. Der beste Ex der Welt kannte damals kaum die Landessprache, was es nicht einfacher machte.

Nicht allzu früh mache ich mich auf zum Petuelpark. Unterwegs fällt mir auf, dass ich den Luitpoldpark nicht kenne und ich ändere mein Ziel. Aber der Luitpoldpark ist voller lärmender Hundeausführer; anscheinend findet da ein größeres Treffen statt. Ich gehe sofort weiter in Richtung Petuelpark. Es herrscht eine brütende Hitze, irgendwo rauscht Wasser und ich beschließe, mich mit einem Buch im Schatten neben einem Brunnen niederzulassen.

Mit Bänken und Liegen im Schatten, mit einem Brunnen und Wasserrinnen ist der Petuelpark der andalusischste unter den Münchner Parks . In einem von Koniferen umschlossenen Viereck stehen Stühle. Es fehlen Rosen und ein kleiner Springbrunnen, dann wäre der Ort im Sommer angenehmer. Trotzdem muss ich an Granada und die Gärten der Alhambra denken, wo sich der Duft der Rosen mit dem der Koniferen mischte, was der Gluthitze ein unglaublich frisches Aroma verlieh.

Kabul soll früher berühmt gewesen sein wegen seiner Rosen, fällt mir ein, aber ich weiß nicht viel darüber. Ach, Kabul. Ich habe keine Worte.

Anderswo

Auf den kleinen Provinzturnieren, an denen ich als Helferin beteiligt war, wurden Pferde, die dreimal ein Hindernis verweigerten, „zur Schonung des Pferdes“ aus dem Wettkampf genommen. Zwischen Annika Schleu und dem Pferd Saint Boy ist eine Situation eskaliert. Da ich weder die Vorgeschichte der Situation noch der Reiterin noch des Pferdes kenne, möchte ich mich mit einem Urteil zurückhalten.

Vinni Rabensturmig war im Freiluftmuseum.

Carlie hat einen Garten.

Hautfarben und die Peanuts.

Von Chavela Vargas habe ich erst gehört, als sie schon 79 Jahre alt war. Eine Aufnahme aus jüngeren Jahren.

13.06.2021 mit Pandemiespaziergang

Der Blumenkasten wird anscheinend gern von Bienen aufgesucht. Wie schon im letzten Jahr habe ich nichts Neues gesät, sondern einfach gewartet, was von selbst aufgeht.

Im Topf mit dem über Winter eingegangenen Rosmarin hat sich eine neue Bewohnerin angesiedelt. Das Rosmaringerippe kann ich deshalb noch nicht entfernen. Manchmal benutze ich ausrangiertes Kochgeschirr als Untersetzer für große Blumentöpfe. Ganz unten eine Spaghettischüssel, die ein neues Leben als Vogeltränke angefangen hat. Krähen baden gerne darin, versuchen aber immer, die Steine hinauszuwerfen.

Dann drehte ich noch eine Runde durch den Städtischen Rosengarten.

Mein Garten

Mein Garten existiert nicht. Noch nicht? Bisher existiert nur ein großer Balkon, den ich Ihnen aber nicht zeigen kann, weil ich die winterliche Unordnung immer noch nicht vollständig beseitigt habe. Ich darf Sie jedoch davon in Kenntnis setzen, dass der Salbei und die Bartnelken blühen und der Lavendel Knospen gen Osten streckt. Auch die Trippmadam hat eine Knospe, und im Balkonkasten blühen kleine blaue Blumen, deren Namen ich nicht kenne. Wo die aber herkommen, weiß ich auch nicht.

Hätte ich einen Garten, so müssten darin ein Mirabellen- und ein Sauerkirschbaum stehen, müssten Stachel- und Johannisbeeren wachsen. Er hätte ein Kräuterbeet und auch eins für Gemüse. Unnützes Zeug hätte keinen Platz, aber für ein paar dunkelviolette Winden, Pfingstrosen und einen Rosenstrauch würde ich eine Ausnahme machen. Ansonsten ließe ich Gemüse, Kräuter und auch die beiden Obstbäume blühen.

Ein Garten braucht Wasser, und wo Wasser in einem Garten ist, muss ein Seerose sein, notfalls in einer Wanne. Aprikosen fallen mir ein, als ich in die Küche gehe. Wenn ich Aprikosen habe, dann bitte auch rote Weinbergpfirsiche, die echten aus dem Rheingau, nicht die, die es hier zu kaufen gibt. Sie sehen also, ich sollte mich beizeiten nach einem ausreichend großen Grundstück umsehen.

Falls Sie schöne Geschichten über Gärten lesen mögen, empfehle ich Eva Demskis Gartengeschichten. Das Buch hat mir eine Zeitlang den eigenen Garten ersetzt.

Pandemiespaziergang

Ein Spaziergang war das heute nicht, vielmehr hatte ich, wie an jedem letzten Wochenende im Monat, etwas zu erledigen. Fotografieren wollte ich erst gar nicht, weil Sie das ja eigentlich alles schon kennen. Mein Radius ist pandemiebedingt kleiner geworden. Aber da war der Frühling.

Übrigens ist das ein ehemaliges Gerber- und Färberviertel, wir haben also nicht nur einen Bach.