Pandemiespaziergang

Das hochverehrte Publikum wird gebeten, folgendes zu beachten: meine Fotos dienen nur der Dokumentation und haben nicht den geringsten künstlerischen Anspruch. Wenn Sie Kunst wollen, müssen Sie woanders hingehen. Es hat ein wenig geregnet, und über einige der Bilder habe ich einen Filter gelegt, damit sie nicht zu trostlos aussehen.

Pandemiespaziergang

Auch in München gibt es einen Wurstautomaten. Ich muss also nicht mehr neidisch auf andere Bloggerinnen sein. Leider war der Automat kaputt, und ich habe nur den Schlachthof subventioniert.

Dafür fiel mir beim Anblick der Messerschleiferei ein Wort aus meiner finsteren Vergangenheit ein: churimengro, was man meines Wissens unter anderem mit Messerschleifer übersetzen kann. Es stammt aus dem Romanes.

Ich weiß nicht, ob Sie den Valentinstag feiern. Was mich betrifft, gratuliert mir ein einziger Mensch zum Valentinstag, obwohl ich es mir verbeten habe. Zur Strafe haue ich ihm jedes Jahr ein Lied um die Ohren, das er an dem Tag spielte, als wir uns kennenlernten.

Pandemiespaziergang

Soll man überhaupt noch „Pandemiespaziergang“ sagen, nachdem der Begriff „Spaziergang“ von den Rechten besetzt wurde? Ich habe mich entschieden, das Wort beizubehalten. Man darf ja die Sprache auch nicht den Nazis und ähnlichem Gelichter überlassen, oder?

Die Fotos von gestern

und heute

06.12.2022 Dreikönig mit Pandemiespaziergang

Am Morgen schneit es ein wenig.

Feiertag. Ich erinnere mich daran, wie mir in meinen Anfangszeiten in Bayern immer vorgehalten wurde, außerhalb Bayerns werde nicht viel gearbeitet, aber dann wäre ich an Dreikönig aus Versehen fast arbeiten gegangen, weil mir dieser Feiertag nicht bekannt war. (Und wenn die Muttergottes bloß irgendwo einen Strumpf verloren hat, machen diese Katholiken einen Feiertag daraus.Verzeihen Sie mir meine kleinen Bosheiten am Rande, ich bin französisch-reformiert und stamme von refugiés – Glaubensflüchtlingen – ab.)

Weil ich nicht arbeiten muss, mache ich einen Pandemiespaziergang. Das Problem dabei ist, dass ich oft ganz fix aus der Hüfte fotografiere, weil ich weder Zuschauer*innen noch Kommentare wünsche. Deshalb ist die Qualität der Fotos nicht so, wie ich sie gerne hätte.

Man hätte ja gerne auch wieder einmal etwas zu erzählen, aber dank Pandemie passiert ja nicht viel.