15.12.2021

Der Alltag ist gerade sehr alltäglich. Wobei man natürlich bemerken könnte, dass eine Pandemie nicht das ist, was man normalerweise unter Alltag versteht. Aber was soll man sagen zwischen Home Office, Haushalt, Lesen, Spazieren? Die Pandemie ist Alltag geworden. „Funktionieren wir uns so durch den Tag.“ sagt der König von Haunstetten.

Der City-Brief der Lutheraner hat den Titel „Hoffen“. Was soll man sonst tun, in diesen Zeiten? Den Lutheranern wurde ich zugeschlagen, als ich nach München kam. Evangelisch-Reformierte waren dem Sachbearbeiter im Kreisverwaltungsreferat wohl nicht bekannt. (Ein City-Brief ist das, was ich als „Kirchenblättchen“ oder „Gemeindebrief“ bezeichnen würde.)

Eine Erinnerung an den besten Ex der Welt und an meine finstere Vergangenheit. Das habe ich oft gehört, als wir uns kennenlernten und es hätte mir wohl eine Warnung sein sollen.

Textentwürfe liegen herum, aber ich bin zu nichts Längerem in der Lage.

Anderswo

„Die Haut einer Melkerin“ ist ein Ausdruck, den ich als Kind diverse Male gehört habe. Gemeint war, soweit ich mich erinnere, rosigweiße Haut ohne einen Pickel oder Flecken. Man schrieb eine solche Haut den Bauernmägden zu, die sich irgendwann einmal mit Kuhpocken infiziert hatten und danach von den echten Pocken verschont blieben. Susanne Wosnitzka weiß mehr.

Die Pandemie bringt sie mit sich, die Online-Freunde.

Petra Cronenburg über den Umgang mit Pandemien.

Bellevue di Monaco.

19.10.2021

Auf Twitter diskutiere ich, ob ein Jude sich antisemitisch äußern kann. Später ärgere ich mich über mich selbst, weil ich mich zum 180. Mal auf eine solche Diskussion eingelassen habe, in der es der Gegenseite üblicherweise nur darum geht, eine Person in Misskredit zu bringen. Dazu ist dann wohl jedes Mittel recht.

Eine chronische Hautkrankheit scheint sich nach Jahren zu bessern. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben.

Die Pandemie ist noch nicht vorbei, aber sie fühlt sich anders an, seit ich doppelt geimpft bin. Selbstverständlich beachte ich weiterhin sämtliche Vorsichtsmaßnahmen und treffe nur wenige Menschen.

In der Firma finden „Optimierungsgespräche“ statt. Wir sollen sagen, was uns in der fast vergangenen Saison nicht gepasst hat. Es läuft darauf hinaus, dass besprochen wird, wer unter den Kolleg*innen doof ist. Ich bin anscheinend doof, aber ich bin nicht die einzige. Generell sind kompetent und selbstbewusst wirkende Frauen doof. Ich erfahre, dass die tonangebende Clique eine geschlossene WhatsApp-Gruppe gegründet hat, in der man auf bösartigste Weise über die Interims-Chefin herzieht. Ich mag sie ja auch nicht, finde aber äußerst niederträchtig, was mir zu dem Thema hinterbracht wird. Ich äußere mich ehrlich und auch selbstkritisch zu verschiedenen Themen und ärgere mich danach wieder einmal über mich selbst. Aufrichtigkeit verfängt in dieser Umgebung nicht. Was ich falsch mache, sagt man mir nicht.

Mit Yasir rede ich über Wahlen, Demokratie und über seine Vorstellung von einer islamisch geprägten Regierung. (Es fällt mir zugegebenermaßen schwer, bei diesem Thema offen zu sein und zu bleiben.)