13.09.2021

Das Monster ist kein Monster, denke ich noch am Morgen. Dann komme ich auf die Idee, seine auf Paschtu und Dari geschriebenen Tweets durch den Googleübersetzer laufen zu lassen. Nicht bösartig, aber ein Hardliner, und dazu ein sprachgewaltiger mit scharfer Zunge. Nicht einmal der Googleübersetzer kann das verhehlen. Zum 11. September äußert er sich nicht, weder bedauernd, noch triumphierend. Mit Sicherheit ist er aber kein naiver Junge, der aus Versehen in die Fänge der Taliban geraten ist. Er spricht mindestens drei Sprachen, und er hat möglicherweise einen gewissen Einblick in die Pläne der neuen Regierung Vor ein paar Tagen schon hat er mir seine Handynummer gegeben und vorgeschlagen, per WhatsApp zu kommunizieren. Ich speichere die Nummer zunächst, lösche sie aber wieder. Kann man sich mit einem Talib überhaupt verständigen?

Auf Twitter finde ich die afghanische Künstlerin Shamsia Hassani. Ihre Bilder berühren mich sehr.

Anderswo macht sich Unlust am Bloggen bemerkbar. Das ist schade, handelt es sich doch um zwei langjährige Blogger, die ich sehr schätze. Noch anderswo wird gar nicht mehr geschrieben.

Ich selbst betrachte die Welt mit zunehmender Verzweiflung.