#SaveElaha

Zunächst las ich nur auf Twitter davon, und wie wir alle wissen, kann man sich auf Twitter nur bedingt verlassen.

Was ist passiert? Die Afghanin Elaha Delawarzai soll von einem Talibanfunktionär entführt, vergewaltigt und zur Heirat gezwungen worden sein. Ihre Erfahrungen schilderte sie in einem Video. Ihr Ex-Ehemann beschuldigt sie nun, vom Glauben abgefallen zu sein.

Hierzu ein Artikel, der auf Rukhshana Media veröffentlicht wurde. Wikipedia über Rukhshana Media.

Zur Wertung von Apostasie und Blasphemie in islamisch geprägten Ländern habe ich auf Qantara einen Artikel gefunden. Demnach kann in Afghanistan der Abfall vom Glauben mit dem Tod bestraft werden. Der Artikel ist allerdings am 28.06.2021 erschienen, also kurz vor der erneuten Machtübernahme der Taliban. Laut Freund B gilt in Afghanistan die Sharia; über die Auslegung und Anwendung scheint man jedoch sogar unter Taliban geteilter Meinung zu sein. Die Rechtsprechung in Afghanistan, soweit wir hier davon erfahren, scheint mir generell schwer nachzuvollziehen.

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Ich bitte allfällige Leser*innen und Kommentator*innen, sich ein generelles Paschtunen-Bashing zu verkneifen. Entsprechende Kommentare werden – je nach Laune – beantwortet, wie sie es verdienen, oder gleich gelöscht. Ich weiß nicht einmal, ob die Beteiligten Paschtun*innen sind.

Zwischenmeldung

Freund B unterstützt die Taliban nicht mehr bedingungslos. Ich bilde mir nicht ein, dass meine Überzeugungsarbeit ausschlaggebend war. Freund B ist Wirtschaftswissenschaftler, und er sieht, dass die Taliban die Wirtschaft gerade mit Anlauf gegen die Wand fahren. In diesen Zeiten ist er verantwortlich für das Wohlergehen einer neunköpfigen Familie. Da mag sich einiges relativieren.

Ansonsten: intensive Gespräche per WhatsApp.