Anderswo

Das Gesicht des Krieges (italienisch).

Die Mütter der modernen Gynäkologie (englisch). Keine leichte Lektüre, deshalb sei hiermit gewarnt vor den Themen Sklaverei, Misshandlung, Menschenversuche und sonstige Grausamkeiten.

Frau Fundevogel erinnert an Tschernobyl.

Zweiter Weltkrieg: die Strafdivision.

Man ist nie zu alt zum Tanzen. Deshalb gibt es hier in den nächsten Wochen ein paar Videos mit älteren Tänzer*innen. Ich finde übrigens alte Körper nicht unästhetisch. An alten Tänzer*innen ist auch nichts lächerlich oder peinlich.

24.02.2022

Man wundert sich allenthalben, dass im Jahr 2022 ein Krieg in Europa möglich ist. Ich wundere mich, dass man sich wundert. Der Mensch hat noch genug Bestie in sich, dass Kriege und Genozide möglich sind. Eigentlich müsste sich der Mensch geändert haben, und zwar zum Besseren, aber wir haben ja an den Coronaleugner*innen und ähnlichem Gelichter gesehen, dass er das nicht getan hat.

Ist es der Preis unserer Mobilität, dass sich einerseits Seuchen schneller verbreiten und andererseits eine Art Nähe entsteht zwischen Menschen in unterschiedlichen Ländern? Gefühlt kennt jede*r jemanden in oder aus der Ukraine.

Ich räume das Tanzstudio aus, bzw. lasse räumen, da die zu entsorgenden Dinge nicht mehr unter „haushaltsübliche Mengen“ fallen. Es ist gut so wie es ist.

Danach hänge ich am Radio und an Twitter, bis ich es nicht mehr aushalte.

Freund B wünscht sich Versöhnung zwischen Taliban und anderen Gruppen in Afghanistan. Ich würde mir für Afghanistan noch einige andere Dinge wünschen, aber so weit ist Freund B noch nicht, fürchte ich. Die Universität Kabul öffnet im März, erzählt er mir, und zwar für Studenten und Studentinnen. Wir werden sehen.

10.01.2022

Frühdienst. Notruf ganztägig. Die Menschheit war über Weihnachten verreist.

Um mich herum werden Leute pathetisch, von denen man es nie erwartet hätte. Bringen das die Zeiten mit sich oder ist das ganz unabhängig davon eine neue Mode? Dieses Blog ist allerdings mitunter auch nicht frei von vermutlich meist unangebrachten Pathos.

Ich denke über das Tanzen nach, und dass ich in absehbarer Zeit aufhören werde. „Cintura p’arriba“, also von der Taille aufwärts ist alles wieder wie es sein soll, aber Unterschenkel und Knöchel sind von einer unerklärlichen Schwäche befallen. Ist das das Alter, mangelndes Training oder etwas ganz anderes? Außerdem werde ich meinen Übungsraum verlieren und, solange Corona herrscht, wohl keinen neuen suchen.

Um zu verstehen, lerne ich Paschtu. Das ist keine Sinekure, zum ersten Mal in meinem Leben muss ich mich wirklich anstrengen, um eine Sprache zu lernen. Paschtu gehört zu den indoeuropäischen Sprachen. Handelte es sich um eine altaische Sprache, hätte ich wohl gar nicht erst angefangen. Gegen diese Sprachgruppe habe ich nach genau drei Türkischlektionen eine ebenso heftige wie irrationale Abneigung entwickelt. (Ich bitte alle Mitlesenden mit altaischer Muttersprache um Entschuldigung, aber es geht mir mit Türkisch wie mit Milchreis: ich bringe sie beide nicht herunter. Keine Ahnung, wieso.)

Anderswo

Lina Wertmüller ist tot. Ach, was habe ich als Studentin ihre Filme geliebt. Mit dem verführerischen Giancarlo Giannini und Mariangela Melato, die ich erst gar nicht mochte.

Sie haben es sicher schon gemerkt: mein Herz hängt jetzt an diesem Land. Das „Afghan Diary“ von Natalie Amiri.

Eine afghanische Kindheit und Jugend, in wenigen Worten.

„Jeder hat das Recht zu tanzen, auch die Dicken und die ohne Haare.“ sagte einst der Tänzer und Choreograph Antonio Gades. Hier aber geht es um Kinder, und die sollen, dürfen, müssen auch tanzen. (Ich glaube, Herr Hauptschulblues hatte darauf hingewiesen.)

Wenn Sie nicht mehr ganz jung sind und in den 90ern in München gelebt haben, kannten Sie sicher das Lokal „La Peseta Loca“. Eines Nachts sang da jemand „La Flor de la Canela“ und zufällig habe ich das Lied gestern wiedergefunden.