16.09.2021

Anderswo ist die Rede von Geschwistern, aber die Texte sind zu zart zum Verlinken. Eine Erinnerung darf ich Ihnen vielleicht erzählen: Als Kind verbrachte ich die Ferien häufig bei der Oma. In ihrem Haus lebten die Godel (Patin) und der Padde (Pate), der eigentlich nicht mein Pate war, sondern nur der Mann der Godel; außerdem die Cousinen, die man damals schon nicht mehr Basen nannte. Damals wünschte ich mir, die Godel wäre meine Mutter. Ein Jahr lang war sie es auch gewesen, denn meine Mutter hatte fast sofort nach meiner Geburt wieder zu arbeiten begonnen und ich blieb bei der Godel. Die Godel hatte eine fast gleichaltrige Tochter, die ich lange als meine eigentliche Schwester betrachtete. Später lernte ich den spanischen Begriff „prima hermana“, was eine Cousine mütterlicherseits bezeichnet, für mich aber klingt wie „schwesterliche Cousine“.

In Berlin zündet sich eine trans Frau an und erliegt später ihren Verletzungen. Wie sehr muss ein Mensch am Leben leiden, um einen solchen Tod zu wählen.

Der Wahlkampf widert mich an. Die Diffamierung des politischen Gegners hat erschreckende Formen angenommen. Wo bleibt, verdammt noch mal, der Anstand?

Den Talib locke ich zum ersten Mal aus der Reserve. Es bleibt dennoch schwierig.

14.04.2021

Kalt fängt der Tag an.

Ein böser Gedanke: wenn Söder und Laschet sich gegenseitig ausbremsen, dann… Aber ich habe auch nicht viel Hoffnung, was die Kandidaten der Roten und der Grünen betrifft.

Es ist die Rede von Triage. Ich hoffe, Bevölkerung und Politiker*innen lernen aus dieser Krise, aber ich bin lange genug auf der Welt, um zu wissen, dass das sehr unwahrscheinlich ist. Um mich herum viel Unvernunft.

Das alles wird möglicherweise zu einer Politikverdrossenheit führen, und Verdrossene sind anfällig für Totalitäres und „einen starken Mann“.

Kevin(a) from Microsoft ruft wieder an, als ich gerade selbst dienstlich telefoniere. Jedenfalls nehme ich es an, ich hebe nicht ab. Die Vorwahl passt zu den anderen Fake-Anrufen der letzten Tage. In der Gegend kenne ich niemand.

Im „Büro“ – ich sage immer noch „im Büro“, obwohl ich es schon lange nicht mehr betreten habe – zwei Telefonkonferenzen, beide ohne besondere Vorkommnisse. Ansonsten sehr wenig zu tun. Zwischendurch hüpfe ich immer mal wieder auf Twitter, wo aber auch wenig los ist.

Auf dem Balkon zeigen der Liebstöckel und der Jasmin erste grüne Blättchen, auch das Bergbohnenkraut scheint wiederzukommen. Die schwarze Johannisbeere hat kräftige grüne Blätter.

Ich lese weiter in der Biografie und sehe eine Folge einer Krimiserie auf Arte.

Der Tag endet kalt.